Zeit für guten Kaffee

Die Kaffeerösterei Sonntagmorgen bloggt über Kaffee, Rösten und den ganzen Rest

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Kaffee-Kritik: Unser neues Sortiment auf dem Prüfstand

8 Kommentare

Als wir mit “Kaffee zum selber mischen” losgelegt haben, kam eine kurze, provokante Mail: ob wir unser Geld eigentlich wirklich mit gutem Kaffee verdienen wollten? Klar mit gutem Kaffee! Wir haben damals Barista und Hobby-Kaffeeverkoster Lukas, den Mail-Schreiber, zu einem “Cupping” eingeladen. Dabei gießt man eine exakt abgewogene Menge grob gemahlenen Kaffee direkt mit heißem Wasser auf und schlürft den Kaffee aus einem speziellen tiefen Löffel (eine ausführliche Cupping-Anleitung gibt es bei Wolfredo).

Unser Sortiment konnte Lukas versöhnen, aber noch nicht überzeugen: Ganz gut, aber noch zu langweilig. Tamer und ich sind später zu Lukas nach Bielefeld gefahren, haben andere Kaffees und Espressi verkostet und einiges gelernt. Ist eine Weile her. Vor ein paar Tagen habe ich Lukas wieder besucht, mit kiloweise Kaffee im Gepäck.

Kaffee-Verkostungsbögen

Wer jetzt gleich selbst mit der Verkostung loslegen will, den muss ich leider vertrösten: Noch sind die neuen Sorten nicht in unserem Shop zu finden. So langsam messen wir aber die Zeit dahin nicht mehr in Monaten, sondern in Wochen. Und sind auf einem guten Weg, der Kritik sei Dank.

UPDATE: Lukas hat die Sorten, die Defekte aufwiesen, nochmal aus der gleichen Charge, aber direkt in der Rösterei verkostet, und es war alles in Ordnung. Es scheint also an der Verpackung oder am Transport gelegen zu haben. Seltsame Sache dennoch. Wir gehen dem noch nach.

8 Kommentare zu “Kaffee-Kritik: Unser neues Sortiment auf dem Prüfstand”

Lukas sagt:

Dazu sei noch angemerkt, dass es mir ein Kaffee ganz besonders angetan hat und in beiden Blindtests Punkte jenseits von 92 erreicht hat. Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass ich zwar an einigen Cuptasting- und Barista-Meisterschaften teilgenommen habe, aber a) nie Meister war und b) bisher nicht professionell gelernt habe, das erschmeckte in quantifizierbaren Kategorien auszudrücken – in dieser Hinsicht bin ich also noch Anfänger. Mut gemacht hat mir allerdings, dass sich meine ersten Eindrücke dann im Blindtest tatsächlich bestätigt haben – bei den folgenden Cuppings werden die Punkte also hoffentlich immer aussagekräftiger und vergleichbarer.

Für jeden, der Cuppings selbst probieren möchte, kann ich nur Wolfredos’ Anleitung empfehlen – seine Cuppingbögen sind gerade für Anfänger besser zu benutzen als die des Cup of Excellence, da sie direkt auf dem Zettel eine Liste hilfreicher Adjektive enthalten – das fehlte mir bei meinen Cuppings schmerzlich.

Ich bin wirklich sehr gespannt auf die weitere Entwicklung!

Manuel sagt:

Noch einfacherer um herauszufinden, ob der Kaffee, den man da vor sich hat “gut” oder schlecht ist – kalt werden lassen. Wenn der Kaffee dann einfach nach einem Kaffee schmeckt, der kalt geworden ist, dann war es ein guter Kaffee. Wenn der kalte Kaffee aber sauer / unangenehm schmeckt, dann war es ein eher schlechter Kaffee. Klingt seltsam, funktioniert aber. Die Regel könnte also lauten: Je schlechter eine Kaffeemischung ist (Röstung / Qualität usw), desto heißer sollte man sie trinken :-)

Till sagt:

Manuel, Du hast recht. Zumindest insofern, dass man damit einen mit mehr Zeitaufwand gerösteten Kaffee von einem schnell gerösteten Kaffee unterscheiden kann. Beim Schnellrösten ist die Rösttiefe geringer und es bleiben mehr Bitterstoffe im Kaffee – und die machen sich um so mehr bemerkbar, je kälter der Kaffee wird.

Lukas sagt:

Das war wirklich seltsam. In der Rösterei gab es nicht eine Spur dieser Defekte, die bei mir zu Hause wirklich ausgeprägt waren. Die Brühung würde ich als faktor ausschliessen – schliesslich wurde zu zweit und blind getestet mit je einem eigenen Satz Tassen.

@Manuel – gecuppt haben wir bis zum umfallen äh, bis der Kaffee kalt war. Wie sich der Geschmackt des Kaffees dabei verhält finde ich dabei überhaupt am spannendsten – vom ersten noch sehr heissen Schluck, in dem man fast gar nichts erschmecken kann bis hin zum Raumtemperaturkaffee, der gnadenlos jeden Defekt aufzeigt (so er denn vorhanden ist).

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