Wieviel Wasser braucht man für eine Tasse Kaffee?
von Till
Rate mal:
Wieviel Wasser verbrauchst Du für Deine morgendliche Tasse Kaffee?
Einen Viertelliter, sagst Du jetzt? Das ist ein wenig kurz gedacht: Dein Kaffee muss nicht nur aufgebrüht werden. Er wird angebaut und bewässert, nach der Ernte gewaschen (hierbei wird mit Abstand das meiste Wasser verbraucht) und fermentiert. Anschließend werden die Bohnen in der Sonne getrocknet, und ungefähr eine Woche, bevor Du Dein Paket bekommst und die erste Tasse aufbrühst, rösten wir die Bohnen über einer Gasflamme. Bei all dem wird Wasser verbraucht bzw. dem Kaffee entzogen. Zusammen ergibt das 140 Liter. Eine Badewanne voll. Für 7 Gramm Kaffee. Da sind die 250 ml, die Du aus dem Wasserkocher gießt, kaum noch der Rede wert. Bei Facebook waren einige schon ganz gut im Schätzen – oder wussten schon bescheid?
Klingt viel? Ist es auch. Tee zum Beispiel vebraucht nur 35 Liter. Wer nun aber seinen Kaffee mit mehr Milch verdünnt, ist auf dem Holzweg: Mit 1000 Litern schlägt ein Liter Milch zu Buche. Natürlich sollen wir jetzt nicht alle aufhören, Milch zu trinken (und Burger zu essen: 2.400 Liter) und der köstlichen braunen Bohne entsagen. Aber ein wenig Bewusstsein für den eigenen globalen Fußabdruck schadet nicht.
John Anthony Allan vom Londoner King’s College hat das Konzept des “virtuellen Wassers” entwickelt. Dieser gedachte Wasserverbrauch bezieht die Menge an Wasser mit ein, die bei der Produktion eines Produkts verdunstet, verbraucht oder verschmutzt wird. Für das Produkt Kaffee haben das Andrea Müller und Jürgen Röhm ganz prima visualisiert.
Hierzulande ist Wasser eine Selbstverständlichkeit. Aber eine Milliarde Menschen auf der Welt hat keinen Zugang zu frischem, sauberen Wasser. 2aid.org versucht mit konkreten Projekten, daran im Kleinen etwas zu ändern. Und wir helfen auch dieses Jahr mit einem kleinen Beitrag. Dieses Jahr soll es Auktionen für den guten Zweck geben. Wir halten Euch noch auf dem Laufenden. 2aid.org hat zum Weltwassertag Passanten einmal ausprobieren lassen, was es heißt, sein Trinkwasser aus einem Brunnen herbeizutragen:
Weltwassertag 2010 @2aidorg from 2aid.org on Vimeo.













22. März 2010 um 19:51
Krass. Hätte ich nie mit gerechnet. Ich trink ab jetzt nur noch Mineralwasser. Da ist vermutlich der Wassererbrauch am effizientesten.
22. März 2010 um 19:58
Da haben wir uns umsatzmäßig ja ganz schön ins Knie geschossen…
23. März 2010 um 06:58
140 Liter sind in der Tat ganz schön viel. Jedoch kein Grund auf Tee umzusteigen
23. März 2010 um 12:48
Oh man, das ist ja wirklich viel. Aber irgenwie auch logisch. Naja ich bleib trotzdem beim Kaffee…:-)
23. März 2010 um 13:35
[...] blog.sonntagmorgen.com: Wieviel Wasser braucht man für eine Tasse Kaffee? [...]
28. März 2010 um 00:26
Doku “Über Wasser” als Video on Stream hier schauen
http://www.realeyz.tv/de/udo-maurer-about-water—people-and-yellow-cans_cont2580.html
01. April 2010 um 15:41
Also lieber die Badewanne trinken und mit einem Glas Wasser waschen…
Nein, ernsthaft – manche Dinge so selbstverständlich dass man sie garnicht mehr hinterfragt.
05. April 2010 um 15:57
Das man so viel Wasser braucht hätte ich nicht gedacht. Ich trinke etwa 6 Tassen am Tag… da kommt ja einiges zusammen
05. Mai 2010 um 13:56
o_O Das ist ja gruselig.
Ich habe solche enormen Wassermengen mal im Zusammenhang mit Erdbeeren aus Spanien gelesen. Bei Kaffee hätte ich das nicht gedacht.
27. Mai 2010 um 10:23
Die 1000 Liter bei der Milch sind etwas hochgegriffen denn laut http://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelles_Wasser braucht man nur 200.
Interessant wäre aber noch zu erfahren: Wie viel virtuelles Wasser verbraucht Wasser? Klingt bescheuert aber auch die Produktion/Förderung/Transport von Wasser verbraucht ja Energie und Wasser…
03. Juni 2010 um 14:24
Das hätte ich nicht gedacht. 140 Liter Wasser ist wirklich schon eine ganze Menge.
16. Juni 2010 um 22:03
Ich bin ja wirklich etwas geschockt. Vor allem weil ich einen Kaffeevollautomaten benutze hätte ich nie gedacht, dass so viel Wasser verbraucht wird.
23. Juni 2010 um 12:23
Irgendwie deprimierend … viel zu viel. Da sollte man langsam mal an den Verbrauch denken.