Beliebte Inder beim Barcamp Hannover
Monday, February 25th, 2008Erst Anfang der Woche konnten wir unser endgültiges OK für das Sponsoring des Barcamp Hannover geben. So spontan wie die Un-Konferenz selbst haben wir also auch die Unterkunft organisiert: Über Twitter meldete sich nahezu in letzter Minute noch Michael alias Mika73 mit einem freien Feldbett. Mit kiloweise Kaffee in der Reisetasche bin ich dann mit dem Zug nach Hannover gereist. Nachdem mich ein ambitionierter Taxifahrer am Freitagabend schon beinahe nach Berlin anstatt zum Lokal “Spandau” gefahren hätte, klang der Abend mit von Sevenload großzügig gesponsertem Freibier aus.
Der Samstagmorgen begann stressig: Statt der erwarteten 4 Kannen und 2 Kaffeemaschinen hatte der Caterer nur 2 Kannen und eine Maschine geliefert - ein bisschen wenig für 200 koffeindurstige Kehlen. Ich kam mit dem Aufbrühen gar nicht hinterher, so schnell waren die Kannen leer. Erst während der Vorstellungsrunde und Sessionplanung konnte ich einen kleinen Puffer aufbauen und musste fortan niemand mehr warten lassen. Die ersten Kommentare bei Twitter waren motivierend.
Irgendwann standen 8 seltsame Dosen mit dem Aufdruck “Kaffeewölkchen” auf dem Tisch. Ich war irritiert. “Nero hat gesagt das wär Milch” kriege ich zu hören. Milchweißer! Aaargh! Meine Stimmung ist dem Nullpunkt nahe. Aber ab da gehts bergauf. Schnell hat Jörn bei IKEA ein paar Kannen besorgt, der Ansturm am Stand entzerrt sich und mittags gibts sogar noch Vollmilch. Als Alex auftauchte, war die Situation schon im Griff und ich konnte mich nachmittags noch ein paar Sessions widmen.

^ Danke, Tobias, für das Foto und das dicke Lob. Es war uns eine Freude!
Bald war das Wort vom “IT-Kaffee” in aller Munde. Gemeint war der Robusta Indian Parchment, ein Tieflandkaffee, der naturgemäß gut doppelt so viel Koffein beinhaltet wie der mittlerweile verbreitetere Arabica. Besonders bei den diesmal verhältnismäßig zahlreich erschienenen Frauen ein Renner, wenn auch nicht bei allen, war unser Indian Pearl Mountain mit Vanille-Haselnuss-Aroma. Die meisten “Volkshochschüler des Web 2.0” waren angetan bis begeistert von unseren Indern.
Weniger begeistert waren die Kontrolleure der ÜSTRA (Hannoveraner Verkehrsbetriebe), als sie uns am Sonntagmorgen ohne Fahrschein antrafen. “Am Bahnhof kriegen wir ein Niedersachsen-Ticket für den ganzen Tag, die 2 Stationen sind ja nicht so wild”, dachten wir und hätten doch wissen müssen, dass so was nach Murphy immer schief geht. 80 Euro Strafe für Alex und mich. Als Alex dann am Kaffeestand einen Schwarzfahr-Spendenbecher aufstellte, hab ich das für einen netten Witz gehalten, aber schließlich kamen 71,20 Euro und 1 Pence zusammen. Wow! Vielen Dank auch an dieser Stelle noch mal für so viel Solidarität, das hätte ich nie gedacht.
Ein Highlight für mich war die Session “Gute Zeiten / schlechte Zeiten für Startups” von Martina, Oli und Robert. Sehr offen und nüchtern sprachen Martina und Oli von ihren reichhaltigen Gründungserfahrungen. Ich empfand es als sehr wohltuend, bei aller Euphorie, die Christian schon richtig auf die Nerven geht, auch mal warnende Worte zu hören über den Umgang mit Investoren, Harmonie unter den Gründern oder Gründung und Partnerschaft. Bitte setzt das fort!
Bei der Session habe ich auch meinen Laptop mit Kaffee übergossen. Nein, es war entgegen einem hartnäckigen Gerücht nicht die Sorte Java! Aber mein braver oller Travelmate hält das aus. Nach ein paar Stunden ging er auch wieder an.
Auch die Session zur Planung von Features war sehr ergiebig, zumal hier mal wieder richtige Barcamp-Stimmung aufkam: Alle brachten ihre Ideen und Erfahrungen ein und wir haben beschlossen, das dort begonnene Brainstorming übers Web noch ein wenig fortzusetzen.
Danke an die Organisatoren (einen guten Überblick aus deren Sicht gibt Timo Heuer), die anderen Sponsoren und alle Teilnehmer, die uns allen wieder ein lehrreiches und sehr spaßiges Wochenende ermöglicht haben!
Alles über das und vom Barcamp Hannover gibts hier und hier und natürlich hier.


