Zeit für guten Kaffee

Die Kaffeerösterei Sonntagmorgen bloggt über Kaffee, Rösten und den ganzen Rest

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Preisanpassung

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tl;dr: Die 250g-Päckchen werden im Schnitt 1% günstiger, die Kilopakete im Schnitt 6% teurer.

Liebe Leute,

ich mach’s kurz: wir passen zum 1. Mai unsere Preise an. An marktwirtschaftliche Realitäten (welch schöne Wortschöpfung), vor allem aber an unsere geänderte Firmenstruktur – jetzt, wo wir nicht nur den Rohkaffee selber einkaufen, sondern den Kaffee auch noch in der eigenen Rösterei rösten und sogar im eigenen Laden verkaufen, war es an der Zeit die alte Kalkulation rauszukramen und alles noch einmal neu durchzurechnen. Dazu kommt, dass wir unsere Verkaufspreise seit doch recht langer Zeit schon nicht mehr mit unseren Einkaufspreisen abgeglichen haben – die starken Preiserhöhungen in den letzten beiden Jahren haben wir fast komplett selbst getragen.

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Kaffeesteuer – warum?

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Wir haben eben über unseren Twitter-Account schon darauf hingewiesen: Gerade läuft eine online-Petition für die Abschaffung der Kaffeesteuer. Gestartet wurde die Petition von den Kollegen bei Coffee Hunting. Deren Mitgründer Jörg Volkmann argumentiert, den deutschen Kaffeeröstern entstünden dadurch Wettbewerbsnachteile, die Steuer sei unzeitgemäß, der administrative Aufwand sei zu hoch und durch die zusätzliche Mehrwertsteuer fände eine Doppelbesteuerung statt. Die ausführlichere Argumentation findet sich hier. Jörg hat einige erste Reaktionen zusammengestellt und die ersten großen sind auch mit dabei.

KaffeesteuerIch persönlich fand die Kaffeesteuer ja bisher gar nicht so übel. Als absolute Steuer von 2,19 Euro auf jedes geröstete Kilo verringert sie ein wenig den preislichen Abstand zwischen teuer eingekauftem und aufwendig geröstetem Spezialitätenkaffee und dem braunen Pulver im Supermarkt (unser Rohkaffee + Kaffeesteuer ist teilweise schon teurer als der Verkaufspreis beim Discounter – die Ersparnis lässt sich nicht allein durch eine effizientere Produktion erzielen, aber das ist ein anderes Thema). Fällt also diese Kaffeesteuer nun weg, ist der Unterschied in absoluten Zahlen der gleiche, prozentual fällt er aber noch mehr ins Gewicht. Sind die Leute erst gewöhnt, für ein Pfund Discount-Kaffee unter 2 Euro zu bezahlen, könnte die Argumentation für in doppeltem Sinne “guten” Kaffee schwerer werden.

Auf der anderen Seite steht, dass man für 2,19 Euro mehr pro Kilo ein deutliches Mehr an Qualität und Fairness finanzieren könnte. Jörg und ich würden das gern tun. Fraglich bleibt, ob das alle Produzenten und vor allem auch Konsumenten so sehen. Da bin ich skeptisch.

Die Wettbewerbsnachteile sehe ich nicht, weil die Steuer schließlich nur bei Verkauf im Inland fällig wird und ebenso auf importierten Röstkaffee aufgeschlagen wird. Gleiches Recht für alle also, wenn man von dem bißchen privatem Schmuggel im Grenzland absieht (von dem in Nachkriegszeiten der Überlieferung nach die Kirche von Schmidt in der Eifel wieder aufgebaut wurde). Doppelbesteuerung ist für mich ein abstrakter rechtlicher Begriff, der mir wenig sagt.

Aber unzeitgemäß kann man die auf preußische Gesetze aus dem 18. Jahrhundert zurückgehende Steuer wohl sicher nennen. Warum ausgerechnet die Kaffeetrinker das Steuersäckel füllen sollen, leuchtet mir einfach nicht ein. Jörg fragt sich, warum die Teesteuer 1993 abgeschafft wurde. Bei 6 Millionen Euro Steueraufkommen kein Wunder. Wahrscheinlich war der Aufwand zur Erhebung fast so hoch wie die Einnahmen. Bei Kaffee ist es noch über eine Milliarde. Im Gegensatz zu Autofahrern, die z.B. Kosten im Straßenbau und der Kompensation von Umweltfolgen verursachen, oder zu Rauchern, die ihre Gesundheit schädigen, tun die Kaffeetrinker weder sich noch anderen etwas z Leide. Warum sollte man sie bestrafen? Warum keine Brotsteuer?

Letztlich ist es diese prinzipielle, völlig unbeantwortete Frage nach dem “Warum?” und dem Sinn, die mich dazu bringt, die Petition mitzuzeichnen. Nicht die Hoffnung darauf, dass die marktbestimmenden Großröster von den gesparten Milliarden Schulen bauen. Wir werden sehen.