Ich dachte mir, ich mach mich mal nützlich hier. Wozu bin ich denn sonst da, solange die Rösterei noch nicht steht? Also, hier eine zentrale wie einfache Frage:
Kann ich Zuhause mit einfachen Mitteln einen Weltklasse-Kaffee zubereiten?
Aber Hallo! Guter Kaffee Zuhause ist absolut möglich und gar nicht so schwer. Denjenigen von Euch, die sich schon etwas intensiver mit der Kaffeezubereitung beschäftigt haben, mag ich hier nichts neues erzählen – schliesslich bin ich nicht der Erste, der im Netz eine Anleitung zur besseren Kaffeezubereitung veröffentlicht. Trotzdem versuche ich hier, auf meinen Erfahrungen und anderen Anleitungen basierendes Wissen weiterzugeben – denn, um es mit Steve ‘Hasbean’ Leighton zu sagen: Life’s to short for bad coffee!
Heute Teil 1: Weltklasse-Kaffee Zuhause: French-Press, auch Pressstempelkanne, Kaffeebereiter oder Cafetiere genannt.
Dazu brauchst du idealerweise:
- Weltklasse-Kaffee (ich habe da so eine Idee, wo der herkommen könnte)
- eine Kaffeemühle (muss nicht Weltklasse sein, wäre aber natürlich hilfreich)*
- eine French-Press
- Wasserkocher
- Löffel
- eine Waage
- einen Timer, Stoppuhr oder einfach nur eine Uhr
Während das Wasser kocht, kannst du schon einmal den Kaffee abwiegen. Man nimmt etwa 60g Kaffee pro Liter Wasser, das macht bei einer 0.35L French-Press also 21g Kaffee, bei 0.75L 45g Kaffee und bei einer großen 1L French-Press – klar, 60g Kaffee.
Hat das Wasser gekocht, den Kaffee mahlen. Das kann ruhig einen Moment dauern, denn das Wasser sollte auf 96-92 Grad abkühlen, bevor es mit dem Kaffee in Berührung kommt. Kenia AB mag es etwas heißer, Java lieber etwas weniger heiß.
Der Mahlgrad sollte sehr grob sein, so dass das Mahlgut fast schon geschrotet aussieht. Je gröber das Mahlgut, desto klarer wird später der Geschmack in der Tasse sein. Aber Vorsicht: hier macht sich der Unterschied zwischen Weltklasse-Kaffeemühlen und vielen Haushaltskaffeemühlen bemerkbar. Erstere erzeugen ein sehr gleichmäßig grobes Mahlgut, letzterer haben einen deutlich größeren Anteil an feineren Partikeln. Wenn du das Gefühl hast, deine Mühle erzeugt viel von den feinen Partikeln, mahl’ lieber nicht ganz so grob und nimm dafür eine oder zwei Minuten von der Extraktionszeit weg. Feine Partikel extrahieren viel schneller als Grobe, machen den Kaffee schnell bitter und nehmen viel von der Klarheit weg, die eine gute French-Press-Extraktion ausmachen.
Den Kaffeebereiter mit etwas Wasser aus dem Wasserkocher vorwärmen:
Hier benutze ich einen 0.75L Kaffeebereiter, nehme also 45g recht grob gemahlenen Kaffee:
Anschließend den Kaffee mit etwa 1/5 der Gesamtwassermenge aufgießen, so dass der Kaffee für etwa 30 Sekunden quellen kann. Dabei sollte er etwas aufgehen; es entweicht recht schnell aromatisches CO/2 aus dem Mahlgut. Je frischer und/oder dunkler geröstet der Kaffee, desto mehr geht er auf.
Nach 30 Sekunden vorsichtig 1-2 mal umrühren und mit dem Rest Wasser aufgießen. Das geht übrigens am einfachsten auf einer Waage, da ja praktischerweise 1ml Wasser fast genau 1g wiegt – so muss man nicht mit Messbechern hantieren. Besonders bei kleineren Portionen ist es wichtig, genau zu arbeiten, da man sonst schwerlich reproduzierbare Ergebnisse erzielt.
Nach 4:30 Gesamtbrühzeit ist der Kaffee fertig. Was dann kommt, mag den einen oder anderen überraschen:
- nimm zwei Esslöffel (oder Sahnelöffel, wenn du hast, damit geht es einfacher)
- einmal kurz umrühren und damit die oberste Schicht durchbrechen
- schöpfe die obere Schicht Schaum und Mahlgut ab, in den Ausguss oder die Biotonne.
Huch, warum das denn? Ganz einfach: der Schaum sieht zwar toll aus, aber: er schmeckt nicht. Und führt auch noch zu mehr Prütt in der Tasse. Genau so macht man das übrigens auch beim professionellen Cuptasting: Kaffeemehl in die Tasse, Wasser drauf – nach 5 Minuten die “Kruste” brechen, umrühren und abschöpfen.
Anschließend den Drücker auf die Kaffeeoberfläche setzen und dort 10-15 Sekunden stehen lassen. Dadurch wird das Metallgitter aufgewärmt und dehnt sich ein ganz klein wenig aus (Physikunterricht lässt grüßen!), so dass es besser gegen die Glaswand abschließt und weniger Prütt durchlässt.
Nun langsam den Drücker nach unten drücken – mit möglichst wenig Kraft, denn je mehr Kraft aufgewendet wird, desto mehr Turbulenzen werden erzeugt und desto mehr extrahiert der Kaffee nach – die Extraktion ist jetzt aber eigentlich schon beendet und wir möchten nur noch den fertigen Kaffee vom Kaffeemehl befreien. Alles, was jetzt noch extrahiert, wird nur noch bitter. Idealerweise hinterlässt du dabei nicht so ein Chaos wie ich das hier für diese kleine Anleitung produziert habe!
Lass die Kanne noch eine Minute stehen, bevor du den Kaffee in die Tasse gießt. Dadurch haben die letzten noch oben in der Kanne verbliebenen Schwebeteilchen die Chance, sich am Boden abzusetzen. Je weniger davon in der Tasse landen, desto klarer und sauberer wird der Geschmack!
Und nun endlich: vorsichtig eingießen und genießen!
Vielen Dank an James Hoffmann und Anette Moldvaer von Squaremilecoffe, die mir diese Methode zum ersten mal gezeigt haben. Sie wurde damals dem Kenia Muchoki Peaberry mehr als Gerecht! Und Dank auch an Hasbean’ Steve für seine exzellenten Zubereitungstutorials!
Update, 16. Januar: habe ganz vergessen zu erwähnen, dass ich natürlich schwer daran interessiert bin, was ihr davon haltet. Schmeckt der Kaffee so besser oder schlechter, ist etwas unverständlich formuliert oder habt ihr andere/bessere Methoden?
*Du kannst deinen Kaffee auch vorgemahlen für die French-Press bestellen. Kaffee verliert jedoch sehr schnell einen Großteil seines Aromas. Einen Tag, nachdem der gemahlene Kaffee geöffnet wurde, schmeckt er eher flach und uninteressant. Die Anschaffung einer eigenen Mühle lohnt sich geschmacklich immer!
So langsam tut sich was, endlich! Jessica und ich konnten gestern anfangen, die zukünftige Rösterei zu renovieren. Im beschaulichen Nammen in Porta Westfalica übernehmen wir den Laden des Raumausstatters Hermening, der das Geschäft dort über 40 Jahre betrieb – das ist schon eine kleine Herausforderung, diesem “Erbe” auch gerecht zu werden!
So sieht die Rösterei (noch!) von außen aus.
Zur Adventszeit durften wir freundlicherweise ein Schaufenster dekorieren, die Deko wird in Hermenings’ praktischem Regalsystem zwischengelagert …
Das wird der Röstraum, wenn er fertig ist – da fehlt allerdings noch die Rückwand in Somo-Farbe, der Schornstein, Starkstrom, Gasanschluss und, nun, der Röster. Gerüchteweise befindet er sich allerdings seit dem 22.12.2011 auf dem Weg zu uns, es kann sich also nurnoch um Tage handeln!
Drückt die Daumen dass alles rechtzeitig fertig wird!
Das Beste zum Schluß: direkt nebenan gibt’s die besten Pizzas der Stadt bei Don Vito im ehemaligen Dorfkrug. Don Vito war sogar mal italienischer Pizzameister! Ratet mal, wo wir bald Stammkunden sind?
Update 8. Januar: Die Rückwand hat gestern auch Farbe bekommen. Leider ist auf den Handyfotos nicht so gut zu erkennen, dass es vorher quietschneongrün und nachher Sonntagmorgenbeige ist, das müsst ihr mir jetzt einfach mal glauben!
Die letzten Päckchen sind auf dem Weg, die letzte Nachtschicht für dieses Jahr vorbei – also die beste Zeit für uns, ein paar Vorsätze für’s neue Jahr zu fassen:
- Lukas wird im Januar endlich in unserer eigenen Kaffeerösterei rösten
- Ebenfalls im Januar gibt es einen kleinen Relaunch von Sonntagmorgen.com – Leonard arbeitet noch am Feinschliff, und der neue Shop wird natürlich schöner, besser und klarer
- Aufgrund der großen Nachfrage wird es endlich Kaffee-Abos geben
- Wir werden unser Sortiment noch weiter überarbeiten – 2012 gibt es mit Sicherheit wieder einige spannende neue Kaffees zu entdecken
Natürlich halten wir auch zwischen Weihnachten und Neujahr Wache – Mittwoch und Freitag kommt der DHL-Mann und holt den Kaffeenachschub ab.
In diesem Sinne: Wir wünschen Dir eine besinnliche Weihnachtszeit und einen Guten Rutsch ins neue Jahr! 2012 wird spannend!
Dein
Sonntagmorgen.com-Team
Leo, Lukas, Marc, Marcel, René, Stefan und Till
Momentan werden wir mit Anfragen zu Lieferzeiten überhäuft. Ich versuche schon gelegentlich, in das Telefon zu tippen und spreche in die Tastatur, weil ich gerade zwei Anfragen vertauscht habe. Da dachte ich es wäre eine gute Idee, zum Status der Bestellungen und zu Lieferfristen generell ein paar Worte loszuwerden.
Das wichtigeste vorweg:
Alle bereits bestellten und bezahlten Bestellungen kommen rechzeitig zum Fest an!
Aufgrund der Menge an Bestellungen (nochmal: Danke!) dauert es momentan ein wenig länger als es unser normaler Standard ist. Alle Bestellungen, die bis zum 22.12. um 12.00 bei uns bezahlt sind, werden noch am gleichen Tag an DHL übergeben, dann hat DHL zwei Tage Zeit um auszuliefern.
Fast dasselbe gilt für Bestellungen die bis zum 23.12. um 11.00 bezahlt sind. Die geben wir auch direkt am gleichen Tag an DHL ab und sollen noch am Heiligen Abend zugestellt werden.
Un-glaub-lich. Jetzt bin ich seit ein paar Monaten dabei, in denen ich versucht habe, neben der Rösterei auch unseren Einkauf mit zu planen und zwischendurch immer wieder Kaffee bei befreundeten Röstereien nachgeröstet habe – muss ich nun feststellen, dass ich Euch völlig unterschätzt habe. Auf diesem Wege möchte ich Euch allen ein dickes, fettes Dankeschön aussprechen: für die Unterstützung, die vielen freundlichen und manchmal auch kritischen Kommentare, die uns auf allen möglichen Wegen erreichten, für das Verständnis, wenn es mal etwas länger gedauert hat mit einer Bestellung und auch dafür, dass wir dieses Jahr so spät mit dem Adventskalender dran waren. Vor allem aber dafür, dass Ihr uns mit euren Bestellungen ganz schön auf Trab haltet – wir tun was wir können, um alle Pakete gewohnt schnell zu euch zu bringen!
Weil wir Einerseits mit den Bau- und Planungsmaßnahmen für die Rösterei im Verzug sind*, Ihr Andererseits einfach viel mehr von einigen Kaffeesorten bestellt hab als wir uns haben träumen lassen, sind uns kurzzeitig zwei Sorten ausgegangen: der Brasilien São Silvestre und der Indien Monsooned Arabica. Bei Ersterem habe ich noch eine vage Hoffnung, dass wir kurz vor Weihnachten noch einmal nachrösten können, bei Letzterem ist das aber eher unwahrscheinlich.
Also nochmal: Danke, dass Ihr uns so viel Arbeit bereitet! Ich hoffe sehr, dass Euch und den von Euch Beschenkten unser Kaffee gut tut.
* Ich sage jetzt besser nichts über die liebe Bürokratie im Lande
Update: Jetzt habt ihr uns auch noch kurz vor Weihnachten den Äthiopien Yirgacheffe leergeräumt. Danke! Und: Sorry, dass wir Euch so sehr unterschätzt haben dieses Jahr. Wir geloben feierlich Besserung für’s Nächste! Mit der eigenen Rösterei sind wir beim Nachrösten dann auch flexibler. Alle bisher bestellten Kaffees werden natürlich noch rechtzeitig bei Euch ankommen.
Heute mal etwas abseits von Weihnachten aus der Rubrik „Kaffee trinken mit Stil“: Wie wired.com in diesem Artikel berichtet, wird gerade eine Kaffeemaschine entwickelt, die wahrscheinlich jedem Designer (und Apple-Fan) Tränen in die Augen treibt. Der Topbrewer kommt im absolut minimalistischem Design und ist über iPad oder iPhone bedienbar. Neben dem Kaffee kochen, übernimmt das Designwunder auch noch das Milchaufschäumen für die Zubereitung von Cappucchino & Co. Die eigentlich Technik versteckt sich dabei im unteren Teil des Küchenkommode. Einzige Probleme sind dann noch der Preis (ca. 11.000 €) und eingeladene Gäste, die den Topbrewer mit dem Wasserhahn verwechseln könnten…
Für diejenigen, die gerade nicht 11.000 € übrig haben, gibt es auch noch unser Zubehör.
Ende Oktober war es endlich soweit. Zwar haben wir noch immer keine eigene Kaffeerösterei, aber trotzdem konnte ich Kaffee für den Adventskalender komplett in Eigenriegie produzieren: Alfons Schramer von Mondo del Caffe war so freundlich, uns seinen 15KG-Röster dafür zur Verfügung zu stellen! Und so kam es dann: Lukas, zusammen mit einer ganzen Menge Kaffee auf dem Weg nach Echternach, um eine Woche lang den ganzen lieben langen Tag Kaffee für den Adventskalender zu rösten!

Natürlich lief nicht alles so glatt wie es geplant war. Warum auch, denn schließlich soll Murphy auch recht behalten. Aber: am Ende der Woche war der Kaffee geröstet, in riesigen 15KG-Ventilbeuteln abgepackt und auf dem Weg zur Probepäckchenabfüllung!
In dieser Woche habe ich soviel über Kaffee und das Drumherum gelernt wie zuletzt bei der Vorbereitung auf die Baristameisterschaften 2008. Ich liebe es einfach, wenn sich so viel bewegt – neue Erkenntnisse, Erfahrung, die sich verfestigt und Vorurteile, die sich aufgrund von so banalen Dingen wie Tatsachen wieder in Luft auflösen. Genau deswegen wollte ich diesen Job!

Wie im Newsletter angekündigt (wie, Du bekommst ihn noch nicht? Hier kannst Du dich anmelden!), gibt es im diesjährigen Adventskalender einige Neuerungen, allen voran zunächst exklusiv eine neue Sorte: Guatemala Frejanes! Ein ausgewogener Kaffee, mit feiner, aber ausgeprägte Säure, vollem Körper und einem komplexen Aromenspiel. Vielen Dank an dieser Stelle an Röstmeister Savvas für den Tipp!
Etwas schwieriger als gedacht war es dann, jede Charge einer Kaffeesorte auf exakt den gleichen Röstgrad zu rösten: gegen Ende des Röstvorgangs kommt es wirklich auf jede Sekunde an. Jetzt weiß ich auch, warum in der Rösterei immer kleine Schälchen griffbereit sind – mal eben schnell eine Vergleichsprobe der vorherigen Röstung da haben (so dunkel wie die Röstung auf dem Bild erscheint ist sie übrigens nicht. Unkalibrierte Kameras, kein Weißabgleich, Computerdisplays und Röstgradkommunikation vertragen sich leider nicht wirklich)!
Mit meinem Probenröster mache ich es mir vergleichsweise einfach: er hat Temperatursensoren, die mir am Notebook mit Hilfe einer kleinen Anwendung live während der Röstung den aktuellen Temperaturverlauf zeigen. Mir war deswegen weitgehend unklar, wie es viele Röstmeister schaffen, ohne eine solche Kurve einen Röstgrad genau zu treffen oder den Verlauf einer Röstung vorherzusagen. Letzlich ist es aber gar nicht so schwer, denn ein ganz klein wenig Erfahrung an der Röstmaschine hilft schon, die Röstung zu planen und den Verlauf zu kontrollieren. Und Erfahrung, auf die ich zurückgreifen konnte, gab es glücklicherweise mehr als genug: Röstmeister Savvas war immer da, um meine vielen Fragen zu beantworten, oder um eine Klappe zu schließen, wenn ich sie mal wieder zu lange offen ließ weil ich zu sehr damit beschäftigt war, den Bohnen durchs Sichtglas beim Bräunen zuzusehen!

Mein erster komplett selbst gerösteter Sack Kaffee hat nun einen Ehrenplatz in meiner Küche an der Wand: Indien Monsooned Malabar Arabica. Weil er nach der Röstung intensiver CO2 verliert als andere Sorten muss er länger ausgasen – daher kam er als erstes in den Röster. Ganz ehrlich, er gehört nicht zu meinen Lieblingskaffees (mir ist er zu intensiv), aber er eignet sich hervorragend um zu zeigen, was Kaffee so alles sein kann – denn er ist so ziemlich anders als alles, was man sonst so von Kaffee erwartet. Ich weiß noch gut, dass dies einer der Kaffees war, die mich ursprünglich überhaupt erst für die Thematik begeisterten!
Am nervösesten und gespanntesten war ich auf den Kenia AB Gethumbwini: einer meiner absoluten Lieblingskaffees, und eine Röstung, die ich auf gar keinen Fall zu dunkel werden lassen wollte. Zu hell allerdings – und die doch sehr ausgeprägte Säure wird ziemlich unlustige Gesichter verursachen! Zufrieden war ich mit der Röstung erst, als ich sie einen Tag später verkosten konnte – alles gut, das kleine Fenster zwischen zu hell/zuviel Säure und zu dunkel/langeweilig war getroffen!
Jetzt habe ich knapp 50 Röstungen auf dem großen Röster auf dem Buckel (plus einige Hundert auf dem kleinen). Ich bin sehr froh, dass die Röstungen trotz einigem logistischen Chaos nach Plan verlaufen und gut geworden sind. Jetzt kribbelt es mir natürlich in den Fingern – ich erwarte sehnsüchtigst den Baubescheid, damit wir endlich in der eigenen Rösterei loslegen können! Zumal die aktuelle Version vom Coffee-Tech Ghibli R15 noch etwas verbessert wurde und (jaja, ich unverbesserlicher Geek) mit einer Computersteuerung ausgerüstet sein wird. Ich freue mich total darauf, auf den Erfahrungen aus Echternach aufbauen zu können, die Röstprofile iterativ zu verbessern und weiter neue Sorten auszuprobieren! Ihr dürft auch gespannt sein, was wir uns im nächsten Jahr für eure Espressomaschinen ausdenken werden
Soviel erst einmal für Heute – und nicht vergessen: Wenn Du den Guatemala Frejanes probieren oder verschenken möchtest – den gibt es erst einmal nur im Adventskalender!
Es ist Ende August, als mein Telefon klingelt und Till mich fragt, ob ich nicht den Karton für den Sonntagmorgen-Adventskalender gestalten wolle. Klar will ich! Zuerst war allerdings noch eine Italien-Reise geplant. – Ich finde, es gibt nichts schöneres, als bei 35° an einem italienischen Strand zu liegen und sich Gedanken über diesjährige Weihnachtsprodukte zu machen!
Um eure Neugier zu wecken, erzähle ich hier, wie ich an diesen Gestaltungsprozess herangegangen bin:
Ausgangspunkt
Weihnachten ist immer ein heikles Terrain für mich. Als Künstlerin und Grafikerin möchte ich immer gerne ungewohnte Dinge gestalten, die überraschen und vielleicht sogar herausfordern. Das funktioniert mit Weihnachten nur bedingt gut, weil gerade dieses Fest davon lebt, dass wir uns an Vertrautes erinnern und auch ein wenig in Nostalgie schwelgen.
Mein Arbeitsprozess verläuft trotzdem immer ähnlich: Zu Beginn steht immer eine erste, spontane Idee, von der am Ende oft nicht viel übrig bleibt. Till hatte bei unserem ersten Gespräch ein Scherenschnitt-artiges Kalendermotiv vorgeschlagen, weil mir das eh sehr liegt.
Ich suchte mir also Bilder, Textfragmente, sammelte Begriffe oder andere “visuelle Schnipsel”, mit denen ich mir selbst erstmal ein Gefühl für das Projekt verschaffte: Welche Farben sollen verwendet werden? Sind die Formen eher rund oder eckig, geradlinig oder verspielt? Das sind nur einige der Fragen, die für mich dabei eine Rolle spielten.
Die Illustration
Als ich das Gefühl hatte, dass ich weiß, in welche Richtung es gehen wird mit dem Layout, zeichnete ich einen Entwurf, in dem ich all meine Ideen verband. Meine Entwürfe zeichne ich grundsätzlich zuerst von Hand. (Nicht viel geht über den Geruch von frisch angespitzten Bleistiften, auch wenn ich meistens mit meinem heißgeliebten Pentel Techniclick zeichne.)
Bei dem Adventskalender für Sonntagmorgen habe ich versucht, diesen besonderen Zauber, den Weihnachten auf Kinder ausübt, für Erwachsene zu übersetzen, die sich gerne bei einer Tasse guten Kaffees daran zurückerinnern und sich dieses Gefühl bewahren möchten, ohne sich dabei eine allzu kitschige Kiste in die Küche stellen zu müssen.
In diesem Fall habe ich den Entwurf zuerst mit einem Vektor-Zeichenprogramm nachgezeichnet und koloriert. Hatte ich zuerst die Idee, für den Kalender einen an Papier und Schnee erinnernden Scherenschnitt zu gestalten, ist es dann doch eine bunte Illustration geworden, weil die erste Variante zu “unweihnachtlich” wirkte. Nach vier unterschiedlichen Farbvarianten haben wir uns auf diese hier geeinigt, die ihr ab jetzt im Sonntagmorgen-Shop bekommen könnt:
Die Farben sind die, die ihr auch von den bunten Punkten aus dem Kaffeesortiment kennt, zum Teil habe ich sie aber etwas abgetönt, damit sie nicht zu quietschig werden.
Sonntagmorgen-Fan und -Freund Oliver Twardowski (der als Freiberufler Icons und Grafiken gestaltet, und zwar passend als “addicted to coffee”) hat den Karton für uns und Euch gerendert, damit man ihn sich besser vorstellen kann:
Und jetzt?
Gerade ist die Verpackung im Druck, und ich hoffe, dass euch der Adventskalender dann herrlich auf die Weihnachtszeit einstimmt! Um euch die Wartezeit zu verkürzen und weil Weihnachtszeit Geschenke-Zeit ist, bekommt ihr von mir noch einen kleinen Nikolaus oben drauf, zum Ausschneiden, Zusammenkleben und Aufstellen, den ich ursprünglich für die Leser meines Blogs gemacht hatte:
Wenn ihr noch mehr wissen wollt über den Gestaltungsprozess beim Adventskalender, nutzt einfach die Kommentarfunktion. Ich plauder dann noch etwas mehr!
Alles Liebe!
– Jessica ★
Jes|si|ca Kop|pe
['jɛsika 'kɔpə] f; -;
Bildende Künstlerin,
mit den Schwerpunkten Trickfilm und Zeichnung,
macht außerdem Grafik-Design: www.jessica-koppe.de
Hallo Welt!
Ich darf mich kurz vorstellen: Lukas Kolbe, der Neue. Kaffeeverrückt bin ich schon etwas länger, IT-affin ebenso – und jetzt endlich ist es soweit: Als Kaffeeröster werde ich Sonntagmorgen verstärken, um zusammen mit Till und dem ganzen Team unsere neue Kaffeerösterei aufzubauen! Davon träume ich, seit ich 2006 angefangen habe, Kaffee zu rösten! Ich kann es noch kaum fassen, dass wir mitten in der Genehmigungsphase beim Bauamt stecken und hoffentlich Schon Bald ™ damit anfangen können, die Rösterei einzurichten!
Für die Leser dieses Blogs bin ich vielleicht nicht gänzlich unbekannt: zusammen mit Till war ich auf der OMD, um euch guten Kaffee zu servieren. Zur Sortimentsumstellung 2009 gab es ein Cupping mit interessanten Ergebnissen.
In der Zwischenzeit arbeiten wir an neuen Ideen für den Shop (das wird großartig!), neuen Kaffees (ich wusste ja, dass ich gerne die unterschiedlichsten Kaffees teste, aber mit einem Ziel vor Augen macht es doppelt Spaß!) und auch an Röstprofilen und vielen anderen kleinen Baustellen.
Zu meinen absoluten Lieblingskaffees zählen seit einigen Jahren die guten kenianischen, eher hell geröstet. Zubereitet im Filter oder in der French Press. Meine Überraschung war groß, als Marc mir Rohkaffeeproben zum Bewerten gab und ich mitten drin einen außergewöhnlichen Kenianer fand, der mir irgendwie schwer bekannt vorkam: Es war ein Kenia Gethumbwini AB! Dieser Kaffee kommt von der Farm, mit der ein gewisser World Barista Champion 2007 es geschafft hat, kenianischen Kaffee als Espresso zu enttabuisieren. Und dieser nahezu völlig defektfreie Kaffee in den Proben für Sonntagmorgen! Nach einigen Probenröstungen gelang es mir, die schwarze Johannisbeere und den schweren Körper in den Vordergrund zu stellen. Exciting times!
Es wird sich also, wie Till gestern schrieb, in Zukunft einiges tun bei Sonntagmorgen. Ich für meinen Teil kann es kaum abwarten.
Wenn ihr mehr über mich erfahren möchtet, dann könnt ihr gern mein Blog einfachkaffee besuchen oder mir zum Beispiel in den deutschen (Benutzername: lukask) und internationalen (hier: lukas) Kaffeeforen hinterherrecherchieren.
Jetzt muss es mal raus. Es gibt nicht nur ein paar Neuigkeiten, sondern so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Erst einmal mit dem Status Quo:
Wir sind nun dreieinhalb Jahre online. Unser neuer Shop läuft seit fast schon einem Jahr und erfreut Euch hoffentlich gleichermaßen wie uns. Wir haben unser Zubehörsortiment deutlich ausgebaut und nehmen fast wöchentlich neue, hochqualitative Produkte ins Programm. Das Kaffeesortiment entspricht immer mehr unserem Wunsch nach möglichst vollständiger Nachvollziehbarkeit und ökologisch und sozial korrekten Anbaubedingungen. Und täglich kommen neue Sonntagmorgen-Freunde hinzu. Alles Grund, sich zu freuen – und die nächste Stufe anzugehen. Zu allen folgenden Punkten gibt es noch ausführliche Blogposts, hier also erst mal der Überblick:
Sonntagmorgen bekommt einen eigenen Röster
Als wir 2007 die erste Probelieferung packten, haben wir die Etiketten in meiner Küche verklebt und später eine Nacht lang im Ladengeschäft unseres Rösters die Pakete gepackt. Anfang 2008 sind wir in eigene Räume gezogen und haben den Kaffee sackweise dorthin geschafft. Seit Ende 2009 haben wir unser eigenes Rohkaffeelager und lassen nach eigenem Gusto in einer befreundeten Rösterei rösten. Nun können wir endlich das letzte Glied in der Kette schließen. Wenn die Ämter und alle anderen Beteiligten mitspielen, wollen wir noch vor Jahresende selbst rösten und damit noch schneller, noch frischer und noch besser werden.
Das Kaffee-Sortiment wandelt sich weiter
Zu Anfang mussten wir uns noch nach dem Sortiment unserer Partner richten. Als wir den Shop umgestellt haben und unser eigenes Rohkaffeelager angelegt haben, konnten wir unserer Vorstellung von gutem und fairem Kaffee näher kommen. Angekommen sind wir erst, wenn wir wirklich für jeden Kaffee genau die faire Herkunft bestimmen, ihn perfekt rösten und immer frisch ausliefern können. Das bedeutet aber zugleich auch, dass zum einen immer wieder Sorten nicht verfügbar sein werden, durch andere ersetzt werden oder nur saisonal verfügbar sind. Je spezieller die Sorte und je genauer eingegrenzt ihre Herkunft, desto schwieriger und schwankender ist die Beschaffung. Ich bin mir sicher, Ihr seid geduldig, wenn es der Qualität dient.
Die Sonntagmorgen-Familie wächst
Was wir alles vorhaben, schaffen wir nicht allein in der bisherigen Besetzung. Es kommen ein paar neue Köpfe hinzu. Dass wir jemand brauchen, der in Zukunft an der Röstmaschine steht, könnt Ihr Euch denken. Er stellt sich hier in Kürze vor. Es kommt aber auch noch ein weiterer Kaffee-Enthusiast hinzu, der in die Welt ausziehen und die Kunde von gutem Kaffee verbreiten soll. Ein anderes Mitglied des Teams bekommt mehr Verantwortung und wird hier in Zukunft öfter auftauchen. Entschuldigt bitte die kryptische Ankündigung, aber 1. will ich nicht gleich alles verraten und 2. sollen die genannten lieber selbst zu Wort kommen.
Freut Euch mit uns auf eine spannende Zeit!
Neues bei Sonntagmorgen






















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